Adventskalender Türchen Bei Tagesanbruch

Bei Tagesanbruch

Im Morgengrauen,
wenn die Gedanken noch voller Nacht sind,
lass mich vor dir sein, mein Gott.

Wenn die Müdigkeit nicht von mir weichen will
und schon der Tag mir unerbittlich seine Fragen stellt,
lass mich spüren, dass du bei mir bist.

Dir vertraue ich mich an.

Amen

 

Ein Gedicht von Sabine Naegeli (Foto von Nanni)

 

Adventskalender Türchen Advent, Ankunft: Predigt Helmut K.

Predigt zum 1. Advent – von Helmut K.

Advent, Ankunft:

Gott kommt zu uns.

1. Advent: GOTT kam zu uns in JESUS und (2. Advent) Gott wird wiederkommen in Jesus.1. Advent: GOTT kam zu uns in JESUS: GOTT, der Unsichtbare, wird sichtbar. GOTT, der Allmächtige, wird wie ein Helfer. GOTT, der Unnahbare, wird wie ein Freund. GOTT, der Ewige, Er stirbt, Er stirbt grausam vor allen und für alle; und Er aufersteht für seine Leute. Gott wurde Mensch: In JESUS zeigte sich GOTT, wie Er ist, und wie Er zu uns Menschen steht.Das lässt uns aufatmen. Das lässt uns hoffen. Das lässt aufatmen: Die Schuldfrage kann gelöst werden. Wie ist das mit „Schuld“? Ende der 70er Jahre machte ich beim Diakonischen Werk einen Suchthelferlehrgang. Es ging um Hilfe und Betreuung vor allem von Alkoholikern. Es wurde uns klargemacht, den Begriff „Schuld“ zu vergessen und aus unserem Werkzeugkasten zu verbannen: Schuld hätten nämlich die Betroffenen nicht. Schuld, also die Ursache der Trunksucht, wären die Verhältnisse, Familiengeschichte und andere negativen Einflüsse. Zur Heilung sollten die Hilfebedürftigen herausgenommen werden aus der Rolle der bösen Schuldigen und versetzt werden in die Rolle der Opfer. Und immer sei die Menschenwürde auch eines „Säufers“ zu beachten: Deshalb: Keine Verachtung und Therapie „von oben herab“!Soweit die Theorie.

Die Praxisberichte der Betroffenen, der sog. „Trockenen“, der geheilten Alkoholiker, klangen da etwas anders. Diese Trockenen, etwa die Hälfte in unserer Stuhlkreisrunde, stellten sich zu unserem Erstaunen nacheinander vor, immer mit den gleichen Eingangsworten, wie mit einer Formel: „Ich heiße XY, und ich bin Alkoholiker…“
Später erzählten sie uns ihre Geschichte. Hierbei immer wieder der gleiche Vorgang: Wegen ihres Trinkens und ihres Kontrollverlustes wurden sie schließlich massiv unter Druck gesetzt, vom Ehepartner und vom Arbeitgeber. Da half kein Beschönigen und Verniedlichen mehr mit „lütt-Lütt“, „Bierchen“, „Schnäpschen“, „Prösterchen!“ Nun hieß es klar und hart: Du bist Alkoholiker! Wenn Du jetzt keine Kur machst, ist Schluss mit der Beziehung in Ehe und Beruf!

Positive Folge,

die Einsicht: „Ich musste mich ehrlich machen, und dann ging ich zur Kur. Sonst wäre mir nicht mehr zu helfen gewesen. Ich bin krank durch mein falsches Verhalten und kann mir selbst nicht mehr helfen.“ Ein herbes Eingeständnis. Aber ohne dem keine Heilung möglich!

„Mein falsches Verhalten“ – Der Betroffene übernahm die Verantwortung dafür. Das ist auch die Würde des Menschen: Er kann sein Denken und Tun hinterfragen, ob richtig oder falsch. Er hat ein „Gewissen“. Das unterscheidet ihn vom Tier. Der Mensch kann auch Nein sagen. Und er kann, wenn’s ihm auch schwerfällt, Fehler einsehen. Somit ist die Schuldfrage gelöst. Das lässt hoffen. Auf eine positive Veränderung.

Ansatz dazu: Ehrliche Einsicht. Seit GOTT in JESUS sich am Kreuz zum Schuldopfer für alle gemacht hat, machen ließ, darf jeder Mensch sich ehrlich machen: „Ja, ich habe versagt, habe anderen Schaden zugefügt, bin anderen Hilfe und Zuwendung schuldig geblieben. Und Gott – der war mir egal. Ich bin eine Sünderin, ich bin ein Sünder. Ich hätte Gottes Verachtung und Verwerfung verdient.

Aber: Gott, ich danke Dir, Du hast mit Deinem Opfer in Jesus alles gesühnt, auch alles Negative und Böse von mir. Du selber hast mich freigesprochen von aller Schuld. Ich darf mich betrachten als Dein geliebtes Kind, als Deine Tochter, als Dein Sohn. Und auch mit mir willst Du nun Deine Herrschaft, hier, bauen und erweitern. Du stößt mich nicht von Dir; Du schließt mich in Deine Arme, Du nimmst mich an die Hand auf meinem Weg und machst mich fit für’s Leben, hier, und für die Ewigkeit.“ Meine Schuld ist vergeben! Das lässt mich aufatmen.

Dafür steht der 1. Advent:

GOTT kam zu uns in JESUS, um uns zu zeigen, wie sehr er uns liebt. In Jesus zeigte Gott, dass er uns vergibt, alles. Gnade, ohne Gegenleistungen; außer der einen: das ehrliche Eingeständnis des Versagens, auch des mutwilligen, der eigenen Schuld. Und der Ursünde zu meinen, Gott nicht nötig zu haben. Die Gnade Gottes: In den Evangelien können wir’s nachlesen. GOTT in JESUS kümmerte sich um die „Kaputten“, die nichts mehr leisten konnten, um die Kranken an Leib und Seele, ja, sogar um  die ganz „Kaputten“, die Gestorbenen. Auch die hoffnungslosen Fälle – Jesus heilte sie.„Wir sahen seine Herrlichkeit.“ ER machte Unmögliches wahr. „Wunder“ sagen wir dazu. Die tut Gott heute noch. Aufatmen! Das macht uns Mut:
„Jesus ist kommen…“ als Wegführer… Ich lasse mich führen., als Helfer, Arzt  und  Retter… Ich lasse mir helfen; JESUS, gekreuzigt und auferstanden. Jesus ist kommen, der Gute Hirte, der bei uns ist alle Tage, und auch in unseren Nächten, und auch in der Nacht des Todes. Der Auferstandene, ER ist immer da, überall und jederzeit, Gott persönlich, von Ewigkeit zu Ewigkeit und Dir ganz nah. Dieser Gott hört dich und tut was, und immer das Richtige, mit seiner größeren Übersicht.
„Wir sahen seine Herrlichkeit.“ Und: Wir werden (Zukunft!) seine Herrlichkeit sehen. Denn der Auferstandene wartet auf uns in seiner „himmlischen“ Welt, wenn wir hier in dieser Welt unsere Augen schließen.

Das lässt uns hoffen. Das gibt uns Zuversicht!

Jesus ist kommen, Grund ewiger Freuden! Jesus vergleicht die himmlische Welt mit einer Riesenparty, bei der alles ohne Ende gut ist: Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide; Und Du darfst dabei sein! Wonne, Wonne über Wonne: Christus ist die Gnadensonne! Deshalb lassen wir im Advent und zu Weihnachten unsere Lichter brennen mitten in der dunkelsten Jahreszeit und knabbern die leckersten Sachen…

Amen.

Der 1. Advent – Oder: Was fällt uns ein zu JESUS ? … dieses  WORT war GOTT, und dieses WORT wurde Mensch, ein ganz besonderer: JESUS.

Und wir sahen seine HERRLICHKEIT. (V. 14)

Johannes 1 (Prolog)

Adventskalender Türchen Das Tagesgeschenk Dagm

Das Tagesgeschenk

Stell Dir vor, jeden Morgen stellt Dir eine Bank 86.400 Euro auf Deinem Konto zur Verfügung. Du kannst den gesamten Betrag an einem Tag ausgeben. Allerdings kannst Du nichts sparen, was Du nicht ausgegeben hast, verfällt. Aber jeden Morgen, wenn Du erwachst, eröffnet Dir die Bank ein neues Konto mit neuen 86.400 Euro für den kommenden Tag.

Außerdem kann Dir die Bank das Konto jederzeit ohne Vorwarnung schließen. Sie kann sagen: das Spiel ist aus.

Was würdest Du tun?

Dieses Spiel ist Realität: Jeder von uns hat so eine magische Bank: die Zeit. Jeden Morgen bekommen wir 86.400 Sekunden Leben für den Tag geschenkt. Was wir an diesem Tag nicht gelebt haben, ist verloren, für immer verloren. Aber jeden Morgen beginnt sich das Konto neu zu füllen.

Was also machst Du mit Deinen täglichen 86.400 Sekunden?

von Marc Levy

 

Ich wünsche euch – und mir – dass ich / wir diese Zeit auch jetzt im Advent sinnvoll füllen.

Dagmar

Adventskalender Türchen – Entschleunigen

Sabine hat diesen äußerst aktuellen Text für uns entdeckt:

Was ist los mit unserer Welt?
Was ist los mit unserer Zeit?

immer mehr
immer besser
immer schneller

schneller
besser
mehr

lauter
hektischer
angestrengter

noch eine Idee
noch ein Termin
noch eine Aktivität

noch ein Plan
noch eine Veranstaltung
noch ein Gremium

wir legen uns krumm
sichern uns ab
amüsieren uns zu Tode

wir stopfen uns voll
mit Bildern und Eindrücken
Lärmen und Hast

und machen
und machen
und tun

wir strengen uns an
wir strengen uns noch mehr an
– und doch ändert sich nichts
also noch mehr tun
und noch mehr machen

noch besser
noch schneller
noch mehr?
noch mehr
von demselben

das scheint
nicht der Weg zu sein
der unsere Sehnsucht stillt
ganz im Gegenteil
ein dumpfer Verdacht
beschleicht mich

könnte es sein
dass wir
das Eigentliche verloren
vergessen
verdrängt haben

dass wir unsere Wurzeln
abgeschnitten haben
unseren Grund verlassen
die Quellen zugeschüttet haben

könnte es sein
dass wir gerade deshalb
soviel tun?

könnte es sein
dass wir die Fragen
nicht mehr aushalten
und deshalb dauernd Antworten geben?

könnte es sein
dass wir die Leere nicht mehr aushalten
und uns deshalb
so mit Bildern und Worten anfüllen?

könnte es sein
dass wir die Stille nicht mehr aushalten
und deshalb so laut geworden sind?

könnte es sein
dass wir uns selbst nicht mehr aushalten
und uns deshalb so nach außen orientieren?

könnte es sein
dass wir vor lauter Unterwegs-Sein
dass Ziel aus den Augen verloren haben?

könnte es sein…

vielleicht
ist jetzt
etwas anderes
angesagt

vielleicht
müssen wir den Teufelskreis
von Machbarkeit
von Leistung
und Tun
neu durchbrechen

um das zu finden
was wir wirklich suchen
damit unser Herz ruhig wird
unsere Sehnsucht sich stillt

vielleicht ist jetzt
innehalten angesagt
Tempo herausnehmen
entschleunigen
sich neu orientieren
den Weg neu bestimmen
vielleicht ist es angesagt
Abschied zu nehmen
vom Glauben an die Machbarkeit
vom Überzeugt-Sein
„alles-hängt-allein-an-mir“
vom Glauben an die Götzen
Macht
Besitz
Leistung

vielleicht
ist
lassen
angesagt

sich lösen
von vordergründig Wichtigem
sich lösen
von Erwartungen
Bildern
Ideen

um neu hinzuschauen
hinzuhören
sich hinzugeben

in den Strom
der Lebendigkeit
in die Liebe
Gottes

um neu
zu sein
und neu
zu werden

 

Text von Andrea Schwarz aus:
„Und alles lassen, weil er mich nicht lässt“.

 

Adventskalender Türchen Trost dieser Welt – Gedicht

sternenhimmel

Trost der Welt

Text von Otto Bruder

»Stern und Engel, Hirten und die Weisen
Künden uns das Große. das geschah.
Und wir loben, danken und wir preisen,
Gott ist nah!

Weg von Trauer, Jammer und Beschwerde
Wenden wir das schmerzliche Gesicht,
Brüder, über aller Nacht der Erde
Ist es Licht!

Keiner ist verlassen und verloren,
Wer da glaubt, weil seine Hand ihn hält,
Der Erretter ist für uns geboren!
Trost der Welt.«

Einen gesegneten Advent wünschen Thomas & Conny

 

Adventskalender Türchen Krabbenkutter „Corona“

»Ich habe die Zeit der Pandemie bis jetzt für mich kreativ ausgestaltet und dabei Freude mit den mir anvertrauten Gaben empfangen. Daraus ist der Krabbenkutter »Corona« als voll funktionsfähiges Modell entstanden.

Der Krabbenkutter »Corona«

Es macht Freude, seine Gaben zuerkennen, sie einsetzen und sich über das Ergebnis dann zu freuen. So habe ich bis jetzt diese Zeit gut überwunden: Kreativität ist doch eine gute Hilfe – sicher auch in dieser Adventszeit.«

Euer Jürgen

Adventskalender Türchen Perspektivwechsel

von Iris Macke

Advent heißt Warten
Nein, die Wahrheit ist
Dass der Advent nur laut und schrill ist
Ich glaube nicht
Dass ich in diesen Wochen zur Ruhe kommen kann
Dass ich den Weg nach innen finde
Dass ich mich ausrichten kann auf das, was kommt
Es ist doch so
Dass die Zeit rast
Ich weigere mich zu glauben
Dass etwas Größeres in meine Welt hineinscheint
Dass ich mit anderen Augen sehen kann
Es ist doch ganz klar
Dass Gott fehlt
Ich kann unmöglich glauben
Nichts wird sich verändern
Es wäre gelogen, würde ich sagen:
Gott kommt auf die Erde!

Und nun lesen Sie die Zeilen des Textes von unten nach oben!

Adventliche Grüße von Sandra & Andreas